In der Keramikwerkstatt mit Blick in den Wiesengrund kreiert Line liebevoll gestaltete Lieblingsstücke. Der rot brennende Ton wird auf der Töpferscheibe verdreht und anschließend abgehoben, angetrocknet, gewendet und im lederharten Zustand abgedreht. In diesem Zustand können auch Henkel gezogen und Schnauben anmodelliert werden.
Wenn das Gefäß weißtrocken ist, wird es zum Schrühen in den Brennofen gestellt. In oxidierender Atmosphäre findet bei bis zu 920 Grad der erste Brand statt, um die Teile zu stabilisieren und für den Glasurauftrag vorzubereiten. Nach ausreichender Abkühlungszeit werden die Keramiken dem Ofen entnommen und anschließend in eine weiße Zinnglasur mit transparentem Anteil getaucht und überschüttet. Am Boden wird die Glasur abgewischt, damit die Stücke später nicht an der Ofenplatte festkleben. So wird der Brennofen zum zweiten Mal Schicht für Schicht befüllt. Der Glattbrand erreicht eine Höchsttemperatur von 1150 Grad. Nach ungeduldigem Warten, bis die Stücke ausreichend abgekühlt sind, um keine Sprünge durch eine sturzartige Temperaturänderung zu verursachen, kann der Ofen geöffnet und die Keramiken bewundert werden.
Es ist ein ganz besonderes Gefühl dann den Ofen auszuräumen und zu schauen, wie die Glasurschattierungen verlaufen. Ein Gefäß, das mit Händen aus Erde und Feuer geformt wird.